Dienstag, 20. April 2010

Die Feldlerche und das Helifliegen

Gestern Abend hat mich eine Frau vom örtlichen Naturschutzbund (Nabu) freundlich, aber bestimmt darüber aufgeklärt, dass an meinem Lieblings-Flugort die Feldlerche heimisch ist. Dieser kleine Vogel bevorzugt offene Felder und wenn dann die Pflanzen etwas höher stehen, brütet er am Boden. Sie hat mir unmissverständlich klar gemacht, dass ich mit einer Anzeige zu rechnen habe, wenn ich im Lebensraum der Lerche weiterhin meine Flugübungen durchführe!
Das wede ich natürlich respektieren, es fällt mir aber nicht leicht, denn ich kann den Ort problemlos mit dem Fahrrad erreichen. Den Ort, den sie mir als Ersatz vorgeschlagen hat (eine große Hangwiese Richtung Rutesheim), kann ich nicht mehr so einfach erreichen, da ist schon eine halbe Stunde anstrengendes Berg-Radeln angesagt. Der Naturschutz zwingt mich also beinahe anstatt mit dem Fahrrad, mit dem Auto zu fahren...

Samstag, 3. April 2010

Lepton Hecktuning, die Zweite

Der Lepton EX is ein super Heli sowohl für den Anfänger, als auch für den fortgeschrittenen Piloten. Er ist solide aufgebaut und selbst mit hohen Rotorkopf-Drehzahlen von über 3000 U/min noch zu betreiben. Hirobo empfiehlt für das Schweben 1800-1900 und für 3D 2500-2600. Diese Werte hatte ich übernommen und flog bei wenig Wind mit der niedrigen Drehzahl und bei starkem Wind mit der hohen Drehzahl. An 3D ist noch lange nicht zu denken. Zum Verlängern der Flugzeit verwende ich zur Zeit nur noch 1600-1700 U/min. Da kann ich dann mit 5000mAh satte 17min rumcruisen.

Aber: selbst bei den von Hirobo empfohlenen Werten ist das Heck nicht sehr stark. Bei Pitch-Stößen dreht es heftig weg und das kann die beste Kreisel/Heckservo-Kombi nicht kompensieren. Es ist einfach nicht genug Druck auf dem Heck!

Als Lösung von Hirobo gibt es Tuning-Blätter, die anstatt 54mm jetzt 64mm lang sind (Hirobo-Ersatzteil 0304-075). In Verbindung mit einer längeren Heckfinne (0304-076 Leitwerkset Lang) bringt das schon einiges. Mit hoher Drehzahl hält das Heck nun ganz ordentlich. Noch größere Blätter gehen leider nicht, weil der Heli zu nieder ist und die Blätter am Boden kratzen würden (der Heck-Rotorkreis hat mit den langen Blättern noch ca. 1cm Platz bis zum Boden).

Zum Glück gibt es aber eine weitere Lösung: das Heck vom 3DX500/HC500! Der ist mit vielen Ersatzteilen kompatibel zum Lepton. In der Version 2 hat er eine Heckübersetzung von ca 1:5 (Lepton 1:4). Das wird durch 2 Maßnahmen erreicht.
  • größeres Riemenrad vorne (56T -> 65T)
  • kleineres Ritzel hinten (14T -> 13T)
Also flugs bei Sportsmoto in UK (kein Zoll, ist ja in EU) die Teile bestellt und los gehts. Wir brauchen das "HC500-58A Upgrade 65T Pulley" (3,66 EUR) und das "UGL-34 Plastic Tail Pulley 13T V2" (1,80 EUR). Da das Ritzel etwas breiter ist, als das des Lepton benötigen wir zusätzlich noch neue Seitenplatten des Heckgehäuses "HC500-30 CNC Tail Case Plate Set" (5,99 EUR).

Der Einbau:

Angefangen habe ich mit dem vorderen Riemenrad. Dazu habe ich die Hebel von der Taumelscheibe ausgeklipst, die Schaube durch die Hauptrotorwelle ausgedreht und den kompletten Rotorkopf nach oben rausgezogen. Das Ersetzen des Riemenrades war absolut problemlos. Doch nach dem Zusammenbau stand ich vor einem Problem: durch das größere Riemenrad schleift der Riemen am Chassis! Wegschleifen der störenden Aussparung an den Seitenplatten war kein Problem. Erneuter Einbau sah dann erst mal ganz gut aus. Aber weit gefehlt. Das neue Riemenrad hat zu viel Abstand zum Hauptzahnrad und ausserdem ist der untere Rand deutlich dicker. Dadurch läuft der Riemen nicht mehr sauber auf dem Rad. Das würde im Flug nicht lange gutgehen. Also hatte ich beschlossen, das Riemenrad so zu modifizieren, dass es tiefer kommt. Auch das war kein Problem, doch nun passt die Position des Lochs für die Schraube durch die Hauptrotowelle nicht mehr. Bei den Versuchen, das passend zu machen, beschädigte ich alledings das Riemenrad so stark, dass ich es nicht mehr einsetzen konnte. Ich habe bereits eine neue Bestellung offen und sobald das neue Riemenrad da ist, werde ich hier berichten. Da ich sowieso nochmal auseinanderbauen musste, habe ich beschlossen, die Führungsrollen höher zu setzen, damit der Riemen besser in die Mitte des Riemenrades kommt. Das ist auch mit dem Original-Riemenrad möglich. Aber auch hier musste ich am Rahmen rumschleifen. Die Aussparungen für die Führungsrollen sind zu klein. Wenn ich 3 M3 Unterlegscheiben (und längere Schrauben) verwende, komme ich ca. 1,5mm höher. Ich habe also den vorderen Teil nicht abschließen können, da ich wieder das alte Riemenrad eingesetzt habe, kann ich aber trotzdem wieder fliegen.
Der Umbau des Hecks bereitete keine Probleme. Abnehmen der Seitenplatten des Heckgehäuses, rausdrücken des Mitnehmerstifts für das Ritzel und alles wieder in umgekehrter Reihenfolge zusammenbauen.
Was hat das nun gebracht? Ich habe nun eine Heckübersetzung von 1:4,3 (56/13). Beinahe 10% mehr Drehzahl. Das Heck hält zwar etwas besser, aber ich bin immer noch nicht ganz zufrieden. Ich werde auf jeden Fall noch das größere Riemenrad austesten.