Donnerstag, 2. Dezember 2010

Recovery der Daten einer Terastation

die letzten Tage habe ich damit zugebracht, an die Daten aus einer nicht mehr startenden Buffalo Terastation heranzukommen. Da ich mir die ganzen Informationen aus verschiedenen Quellen zusammensuchen musste, will ich sie hier zusammenfassen:
Ich hatte das Problem, dass ich dringend die Daten aus dem Raid10 des NAS brauchte, das Betriebssystem aber nicht mehr startete und ich daher auch nicht mehr über das Netzwerk an die Daten herankam.
Nachdem alle Versuche über Windows-Tools die Daten des Raid auszulesen fehlschlugen, war ich schließlich mit dem derzeit aktuellen Knoppix 6.2.1 erfolgreich. Dazu habe ich alle 4 Platten an freie Sata-Anschlüsse eines Rechners angeschlossen und von der Knoppix-CD gebootet. Knoppix erkennt auf jeder Platte einige Partitionen, die Datenpartition ist in sdx6 zu finden. Das x steht hier für das Laufwerk, bei mir war die Platte 1 an Sata 0 und damit sda6, Platte 2 an sdb6, Platte 3 an sdc6 und die Platte 4 an sdd6. Die Platten hintereinander in der richtigen Reihenfolge an den Controller hängen, erleichtert das Leben enorm.
In einer Root-Shell musste ich als erstes die Links für die Devices des MDRaid anlegen. Das geht mit

mknod /dev/md2 b 9 2
mknod /dev/md3 b 9 3
mknod /dev/md4 b 9 4

dann die Kernel-Module für das Raid laden


modprobe md

nun kann man das Raid zusammensetzen. Bei einem Raid 10 ist die Platte 1 und 2 gespiegelt (Raid1). Ebenso Platte 3 und Platte 4. Diese beiden Raid-Verbünde sind dann in einem Raid0 verbunden. Mit

mdadm --assemble /dev/md2 /dev/sda6 /dev/sdb6
mdadm --assemble /dev/md3 /dev/sdc6 /dev/sdd6
mdadm --assemble /dev/md4 /dev/md2 /dev/md3

werden die Platten verbunden. Dabei erkennt das System automatisch, ob die Platten zusammenpassen. Ein

mdam --examine /dev/sda6

zeigt die Raid-Informationen der entsprechenden Platte, falls man nicht weiss, wo welche Platte hängt. Das fertige Raid ist dann in /dev/md4 und kann gemountet werden. Die Partition ist mit xfs formatiert.

mkdir /mnt/raid
mount -t xfs /dev/md4 /mnt/raid

Damit sind die Daten im Verzeichnis /mnt/raid verfügbar und können wegkopiert werden.