Samstag, 30. Mai 2015

3DBenchy - eine harte Nuss für den K8200

nachdem ich meinen 3D-Drucker für den 3D-Hub optimiert habe, wollte ich mal sehen, was so in dem Drucker steckt. Mit welcher Maßhaltigkeit druckt er, wie meistert er Überhänge und wie sieht die Oberfläche aus? Um es vorweg zu nehmen: ich bin begeistert! Doch der Reihe nach...

Ich bin im Internet auf einen 3D-Drucker-Benchmark gestoßen. 3DBenchy ist ein zu druckendes 3D-Teil, an dem man die Maße aller 3 Achsen überprüfen kann. Außerdem hat das Teil ein paar Gemeinheiten: Das sind zum Einen runde Löcher, die gerne zugeschmiert werden. Dann haben wir Überhänge, die durchsacken, weil keine Stützen das heiße, noch weiche PLA-Filament in Position halten. Außerdem sind da ein paar Flächen, die mit nur 0,1mm sehr dünn sind und die Auflösung des K8200 überfordern. Zum Schluss ist die Standfläche im Verhältnis zur Höhe des Teils sehr klein und das halb fertige Teil löst sich vom Druckbett. Wie lange dauert der Ausdruck?

Nochmal zusammengefasst die Anforderungen:
  1. Maßhaltigkeit in X-, Y- und Z-Richtung
  2. zugeschmierte Löcher
  3. Überhänge
  4. Auflösung
  5. Qualität der Oberfläche
  6. Standfläche
  7. Druckdauer
 Wie schlägt sich nun der Drucker?

  1. Ich habe die Maße, mit den geforderten Werten verglichen und habe nur eine leichte Abweichung in allen 3 Achsen um etwe 0,1mm messen können. Wenn die Fläche überhängt, ist das Maß mit ca. 0,5mm deutlich schlechter, da sackt wohl das Material weg und das fehlt dann. Die Kreise sind rund, also ist auch das Zusammenspiel der 3 Achsen voll funktionsfähig.
  2. große Löcher werden durch dünne Fäden leicht "verspinnwebt". Der Extruder läuft etwas nach, wenn er eigentlich kein Filament fördern soll und das wirkt sich entsprechend aus. Kleine Löcher laufen zu, das Loch im Schornstein sollte 3mm haben, ist aber nur noch ca. 1,5mm. Für ein reales Teil finde ich das nicht so schlimm, denn diese Löcher kann ich ja hinterher auf das richtige Maß aufbohren.
  3. Ich hätte nicht gedacht, dass die Überhänge so gut gemeistert werden. Das Filament hängt etwa 1mm durch, aber selbst eine Freifläche von 15mmx15mm ist möglich. Spätestens nach der 3. Lage drüber ist die Fläche wieder eben.
  4. Die 0,1mm Flächen sind nur zu erahnen, der Drucker ist da definitiv überfordert.
  5. Durch den nachlaufenden Extruder gibt es immer wieder kleine Kleckse an der Außenwand. Man kann die einzelnen Lagen an senkrechten Flächen etwas erkennen, auf flachen Schrägen sieht man die Lagen deutlich.
  6. Die Haftung auf dem Bett konnte ich durch mehrere Maßnahmen verbessern. Das ist zum Einen eine Glasplatte, die sehr eben ist. Zudem habe ich die Platte mit Pritt Klebestift eingeschmiert. Außerdem ist die Temperatur der Platte mit 65°C etwas höher, als die Werkseinstellungen. Mit einer maximalen Beschleunigung von 200mm/s sind die Kräfte auf das Teil noch so weit im Rahmen, dass sich das Teil nicht mehr von der Platte löst. Bei kleinen Teile habe ich auch noch 5mm Brim dazugegeben. Das ist eine 1-lagige Fläche direkt um das Teil, so dass die Standfläche etwas größer wird.
  7. obwohl 3D-Benchy nur 31mm x 60mm x 48mm misst, dauerte es fast 2 Stunden! Also 3D-Druck ist nichts für Ungeduldige...
Damit Ihr Euch das nicht nur in der Theorie anhören müsst, habe ich noch ein paar Fotos geschossen.

während des Drucks

während des Drucks

fertig gedruckt, aber noch sehr roh

roh von rechts

roh von vorne

roh von links

roh von hinten

roh von oben

roh von unten (noch mit Brim)



mit dem Cutter von den Fäden befreit



mit dem Cutter von den Fäden befreit

mit dem Cutter von den Fäden befreit
mit dem Cutter von den Fäden befreit
zum Schluss noch etwas mit dem Heißluftfön geglättet

zum Schluss noch etwas mit dem Heißluftfön geglättet

zum Schluss noch etwas mit dem Heißluftfön geglättet

zum Schluss noch etwas mit dem Heißluftfön geglättet