Samstag, 20. Dezember 2014

vom gebundenen Buch zum epub - Teil 2: der Buchscanner

wenn man so im Internet nach Buchscannern sucht, fällt auf, dass es vom Zerlegen des Buches in Einzelblätter, über das einfache Abfotografieren, bis hin zum vollautomatischen Profigerät, unendlich viele Möglichkeiten gibt.
Ich habe eine recht einfache, aber funktionale Methode gewählt, die mit Dingen aus meinem Bestand auskommt.

Ich habe folgende Dinge verwendet:
  • Ein Sperrholzbrett mit ca 60x70cm als Unterlage für die Buchstütze
  • Ein gebrauchter Versandkarton mit 33x23x18cm
  • Eine helle Schreibtischleuchte
  • Ein Stativ
  • Eine Kamera
  • Eine alte, leicht zerkratzte Plexiglasscheibe mit ca 20x30cm
  • Paketklebeband
  • Cutter















Zunächst habe ich den Versandkarton ringsum zugeklebt, so dass ich eine geschlossene Pappkiste hatte. Diese habe ich dann mit dem Cutter diagonal von unten nach oben aufgeschnitten, so dass 2 offene Hälften entstanden. Nun noch ein bisschen die losen Lappen innen festgeklebt und fertig sind die Buchstützen. Diese klebte ich nun mit dem Paketklebeband so auf das Bodenbrett, dass zwischen Beiden etwa 3cm Platz für den Rücken des Buches bleibt. So ist sichergestellt, dass, wenn das Buch aufgeklappt auf der Stütze liegt, die Seiten einigermaßen flach liegen. Das ist wichtig, damit beim fotografieren der Buchseiten keine Verzerrungen entstehen. Die Buchstütze ist nun fertig und liegt auf dem Tisch in Arbeitshöhe. Daneben stelle ich das Stativ mit aufgeschnallter Kamera, die Beleuchtung kommt von der Seite, so dass keine Schatten auf die abzufotografierende Buchseite geworfen werden.















Die Wahl der Kamera scheint mir nicht so wichtig zu sein, es muss nur sichergestellt sein, dass die Auflösung einigermaßen reicht, um ca 300 dpi aufzulösen (ich hatte 6 MPixel, die definitiv extrem knapp sind, weil da nur etwa 150dpi rauskamen und viel Nacharbeit nötig wurde), die Seiten möglichst verzerrungsfrei abgelichtet werden und genügend Licht für da ist, um ohne Blitz arbeiten zu können. Ich habe meine Nikon D50 mit dem Standardobjektiv bei Brennweite 55 verwendet. So ergab sich bei einem Abstand von ca. 70cm ein formatfüllendes Abbild des Buches ohne Verzerrungen. Die Verschlusswerte waren Blende 5.6 bei 1/90s. Hier wäre mehr Licht schön gewesen, um eine kleinere Blende und damit größere Tiefenschärfe zu erreichen. Wenn das ganze Konstrukt nicht ganz rechtwinklich ist, schleicht sich leicht eine Verzerrung oder Unschärfe ein, die im weiteren Verlauf der Bearbeitung mühsam herausgerechnet werden muss.

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